So nutzen Sie den Rechner
Tragen Sie Ihren aktuellen Monatsbeitrag für Kranken- und Pflegeversicherung ein und wählen Sie, für wie viele Monate Sie im Voraus zahlen möchten. Den Rabatt erfragen Sie bei Ihrem Versicherer, den Zinssatz lesen Sie bei Ihrem Tagesgeldkonto ab. Mit dem Schalter legen Sie fest, ob der Rechner vor oder nach Steuern vergleicht.
Oben erscheint Ihr Vorteil oder Nachteil in Euro über den ganzen Zeitraum. Darunter sehen Sie, wie viel Geld Sie auf einmal überweisen und ab welchem Rabatt sich die Vorauszahlung bei Ihrem Zinssatz rechnet. Die voreingestellten 2 Prozent Rabatt dienen nur als Rechenbeispiel, setzen Sie den Wert Ihres Versicherers ein.
So verrechnet der Rechner Rabatt und Zinsverlust
Zahlen Sie zwölf Monatsbeiträge auf einmal, liegt der Beitrag für Dezember elf Monate früher beim Versicherer, als er fällig wäre. Über das Jahr gerechnet binden Sie im Schnitt fünfeinhalb Monatsbeiträge, die sonst auf Ihrem Tagesgeld Zinsen bringen würden. Diese entgangenen Zinsen zieht der Rechner vom Rabatt ab.
Der Rechner geht davon aus, dass Ihr Versicherer die Beiträge jeweils zum Monatsanfang abbucht und Sie die Vorauszahlung zum ersten Fälligkeitstermin leisten. Er rechnet mit einfacher Verzinsung und einem gleichbleibenden Beitrag. Kommt im Vorauszahlungszeitraum eine Beitragsanpassung, verschiebt sich die Rechnung etwas, am Grundprinzip ändert das nichts.
Je länger Sie vorauszahlen, desto höher muss der Rabatt sein
Wie viel Rabatt Sie brauchen, hängt an Ihrem Zinssatz und an der Dauer. Die Europäische Zentralbank hat ihren Einlagensatz mit Wirkung zum 16. September 2026 auf 2,50 Prozent angehoben, an diesem Wert orientieren sich gute Tagesgeldangebote. Viele Hausbanken zahlen deutlich weniger. Für täglich fällige Einlagen privater Haushalte lag der Durchschnitt im Euroraum im August 2026 bei rund 0,3 Prozent. Zinsen um 4 Prozent gibt es meist nur als befristetes Neukundenangebot für wenige Monate.
Der Zinsverlust wächst mit der Dauer überproportional, weil mehr Geld für längere Zeit beim Versicherer liegt. Bei 2,5 Prozent Zinsen und zwölf Monaten reicht schon gut ein Prozent Rabatt, bei 36 Monaten brauchen Sie mehr als 3,6 Prozent. Haben Sie Ihren Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (zusammen veranlagt 2.000 Euro) schon ausgeschöpft, gehen von jedem Zinseuro 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag ab. Das senkt Ihren Zinsverlust nach Steuern.
Ab diesem Rabatt rechnet sich eine Vorauszahlung
Beispielrechnung bei 2,5 % Tagesgeldzins, vor Steuern
Beispielrechnung mit einfacher Verzinsung, Fälligkeit der Beiträge zum Monatsanfang und gleichbleibendem Beitrag. Mindestrabatt = Zinssatz × (Monate - 1) / 24. Zinsniveau orientiert am EZB-Einlagensatz von 2,50 % (seit 16. September 2026). Eigene Berechnung.

Nur manche Versicherer geben einen Rabatt auf Vorauszahlungen
Eine gesetzliche Regel für einen Vorauszahlungsrabatt gibt es nicht. Ob Ihr Versicherer einen Nachlass gewährt und wie hoch er ausfällt, entscheidet er selbst, und manche Gesellschaften nehmen Vorauszahlungen ohne jeden Rabatt an. Fragen Sie deshalb schriftlich nach, bevor Sie überweisen, und lassen Sie sich auch bestätigen, ob der Rabatt für Kranken- und Pflegeversicherung gilt.
Zwei Punkte schmälern den Rabatt in der Praxis. Erstens sinkt mit dem Rabatt der Beitrag, den Sie als Vorsorgeaufwand absetzen. Der Rechner berücksichtigt das in der Einstellung „nach Steuern“ mit einem angenommenen Grenzsteuersatz von 42 Prozent. Zweitens richtet sich der PKV-Zuschuss eines Angestellten nach dem Beitrag, den er tatsächlich zahlt (§ 257 SGB V). Liegt Ihr halber Beitrag unter dem Höchstzuschuss von 557,81 Euro im Jahr 2027 (im Jahr 2026 waren es 508,59 Euro), kann ein Teil des Rabatts deshalb bei Ihrem Arbeitgeber landen. Klären Sie das vorher mit Ihrer Lohnbuchhaltung.
Für den Steuervorteil gibt es einen eigenen Rechner
Der häufigste Grund für eine Vorauszahlung ist die Steuer. Beiträge zur Basisabsicherung, die Sie im Voraus zahlen, setzen Sie bis zum Dreifachen der Beiträge des laufenden Jahres im Zahlungsjahr ab (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 5 EStG). Diese Grenze gilt seit dem Veranlagungszeitraum 2020, vorher lag sie beim Zweieinhalbfachen. In den Folgejahren werden dann Ihre übrigen Vorsorgeaufwendungen wieder bis zum Höchstbetrag absetzbar. Wie viel das bei Ihrem Einkommen bringt, zeigt der Rechner Beitragsvorauszahlung als Steuerhebel.
Dieser Rechner bleibt bewusst bei Rabatt und Zinsen. So sehen Sie getrennt, ob sich die Vorauszahlung schon ohne Steuereffekt rechnet. Für Angestellte ist die Steuerseite komplizierter, weil der steuerfreie PKV-Zuschuss in den vorausbezahlten Jahren mit den Beiträgen verrechnet wird (§ 10 Abs. 4b EStG). Sprechen Sie in diesem Fall vorher mit Ihrem Steuerberater.
Das Abflussprinzip nach § 11 Abs. 2 EStG besagt, dass Ausgaben steuerlich in dem Jahr zählen, in dem das Geld Ihr Konto verlässt. Für Beiträge zur Basisabsicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung gilt das bei Vorauszahlungen bis zum Dreifachen der Beiträge des laufenden Jahres. Was darüber liegt, ordnet das Finanzamt den Jahren zu, für die Sie gezahlt haben.
Behalten Sie nach der Überweisung genug Liquiditätsreserve
Bei einem Monatsbeitrag von 900 Euro kommen für drei Jahresbeiträge über 32.000 Euro zusammen. Dieses Geld ist gebunden, bis die Beiträge verbraucht sind. Zurück bekommen Sie den nicht verbrauchten Teil in der Regel nur, wenn der Vertrag endet. Von einem Kredit für die Vorauszahlung rate ich ab, weil die Kreditzinsen den Rabatt in aller Regel übersteigen.
Bei Geschäftsführern schaue ich deshalb zuerst auf die Reserve für das Unternehmen und für private Notfälle. Erst wenn sie steht, rechnen wir Rabatt und Steuer durch. Was Sie insgesamt an Vorsorgeaufwand absetzen, prüfen Sie mit dem Vorsorgeaufwand-Rechner.

„Bevor Sie drei Jahresbeiträge auf einmal überweisen, muss die Reserve für Ihr Unternehmen stehen, denn ein Rabatt hilft Ihnen wenig, wenn im Frühjahr die Liquidität fehlt.“
Fragen und Antworten zur Beitragsvorauszahlung
Ihr Versicherer verrechnet die Vorauszahlung mit dem neuen Beitrag. Das Guthaben reicht dann für weniger Monate, oder er fordert die Differenz nach. Wie er das handhabt, steht in den Bedingungen oder erfahren Sie auf Nachfrage. Ihr Recht, nach einer Beitragserhöhung den Tarif zu wechseln oder zu kündigen, bleibt bestehen.
Ja, denn für die Zeit nach dem Vertragsende schulden Sie keinen Beitrag. Für die laufende Versicherungsperiode steht dem Versicherer nach § 39 VVG nur der Teil zu, der auf die Zeit mit Versicherungsschutz entfällt. Steuerlich gilt die Rückzahlung als Erstattung und mindert im Jahr, in dem Sie das Geld zurückbekommen, Ihre absetzbaren Beiträge (§ 10 Abs. 4b EStG).
Das entscheidet Ihr Versicherer. Manche Gesellschaften nehmen nur den Krankenversicherungsbeitrag als Vorauszahlung an, die Pflegeversicherung läuft dann monatlich weiter. Fragen Sie vorher nach, denn für den Steuereffekt zählen beide Beiträge zur Basisabsicherung.
Zinsen gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 Euro, bleiben sie steuerfrei (§ 20 Abs. 9 EStG). Darüber behält die Bank 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag ein, bei Kirchenmitgliedern zusätzlich Kirchensteuer. Der Rechner setzt in der Einstellung „nach Steuern“ 26,375 Prozent an.
Ohne Rabatt kostet Sie eine Vorauszahlung Zinsen, solange Ihr Tagesgeld etwas abwirft. Sinnvoll wird sie dann allein über den Steuereffekt, etwa in einem Jahr mit besonders hohem Einkommen. Ob der Steuervorteil den Zinsverlust übersteigt, rechnen Sie mit beiden Rechnern nacheinander durch.
