Welche Zahnarztkosten übernimmt die PKV?
Die private Krankenversicherung übernimmt beim Zahnarzt je nach Tarif zwischen 60 und 100 Prozent der anfallenden Kosten. Anders als die GKV, die nur Festzuschüsse für eine Regelversorgung zahlt, erstattet die PKV einen prozentualen Anteil deiner tatsächlichen Rechnung.
Bei einer Vollkeramikkrone macht das den Unterschied zwischen 80 Euro und 521 Euro Eigenanteil.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die PKV erstattet je nach Tarif 60 bis 100 Prozent aller Zahnarztkosten, einschließlich Prophylaxe, Füllungen, Wurzelbehandlungen, Zahnersatz und Implantate.
- Premium-Tarife übernehmen die professionelle Zahnreinigung zweimal jährlich zu 100 Prozent, bei der GKV musst du diese Leistung fast komplett selbst zahlen.
- Bei einem Zahnimplantat sparst du mit der PKV durchschnittlich 1.770 Euro gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung.
- In den ersten vier Versicherungsjahren gelten Summenbegrenzungen (Zahnstaffel), ab dem fünften Jahr gibt es keine Obergrenze mehr.
Was kostet ein Zahnarztbesuch als Privatpatient?
Als Privatpatient rechnet dein Zahnarzt nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ab.
Diese erlaubt Steigerungssätze zwischen dem 1,0-fachen und dem 3,5-fachen des Grundbetrags. Der 2,3-fache Satz gilt als Standard für durchschnittlich aufwendige Behandlungen, der 3,5-fache Satz kommt bei besonders schwierigen Fällen zum Einsatz und muss vom Zahnarzt begründet werden.
Damit du ein Gefühl für die Größenordnungen bekommst, habe ich dir die typischen Kosten für verschiedene Behandlungen zusammengestellt:
| Behandlung | Kosten (2,3-facher Satz) | Kosten (3,5-facher Satz) |
|---|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung (GOZ 1040) | 80-120 Euro | 120-150 Euro |
| Kompositfüllung einflächig (GOZ 2060) | 68 Euro | 104 Euro |
| Kompositfüllung dreiflächig (GOZ 2100) | 99 Euro | 151 Euro |
| Wurzelbehandlung Frontzahn (1 Kanal) | 250-350 Euro | 380-520 Euro |
| Wurzelbehandlung Backenzahn (3-4 Kanäle) | 450-700 Euro | 650-1.000 Euro |
| Vollkeramikkrone | 700-900 Euro | 900-1.200 Euro |
| Einzelimplantat komplett | 2.000-2.600 Euro | 2.600-3.500 Euro |
| Keramik-Inlay | 500-700 Euro | 700-900 Euro |
Der entscheidende Punkt für dich liegt darin, dass deine PKV diese Kosten je nach Tarif zu 60 bis 100 Prozent übernimmt. Bei einem Premium-Tarif mit 90 Prozent Erstattung zahlst du für eine Vollkeramikkrone von 800 Euro nur 80 Euro aus eigener Tasche. In meinen Beratungsgesprächen erlebe ich oft, dass Kunden überrascht sind, wie gering ihr Eigenanteil tatsächlich ausfällt.
Was übernimmt die private Krankenversicherung beim Zahnarzt?
Die PKV deckt das gesamte Spektrum zahnärztlicher Leistungen ab. Anders als die GKV, die nach dem starren BEMA-Katalog abrechnet, arbeitet die PKV nach dem Kostenerstattungsprinzip.
Du reichst deine Zahnarztrechnung ein und bekommst den tariflich vereinbarten Prozentsatz zurück. Die Abrechnung erfolgt nach der GOZ, wobei moderne Premium-Tarife teilweise bis zum 5-fachen Gebührensatz erstatten.
Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Leistungen die PKV in welchem Umfang übernimmt:
| Basis-Tarife | Komfort-Tarife | Premium-Tarife | |
|---|---|---|---|
| Zahnbehandlung (Füllungen, Wurzelbehandlung, Parodontose) | 70-100% | 100% | 100% |
| Zahnersatz (Kronen, Brücken, Implantate, Inlays) | 60-70% | 75-90% | 90-100% |
| Prophylaxe (PZR, Fissurenversiegelung) | 70-100 Euro/Jahr | 100-150 Euro/Jahr | Unbegrenzt oder 200-250 Euro/Jahr |
| Kieferorthopädie Kinder | 70% bei KIG 1-5 | 80-90% bei KIG 1-5 | 90-100% bei KIG 1-5 |
| GOZ-Erstattung | Bis 3,5-fach | Bis 3,5-fach | Bis 5-fach |
Zahnbehandlung erstattet die PKV zu 90 bis 100 Prozent
Unter Zahnbehandlung fallen alle konservierenden Maßnahmen zum Erhalt deiner Zähne. Dazu gehören Füllungen aller Art, Wurzelbehandlungen, Parodontosebehandlungen und die Funktionsdiagnostik bei Kiefergelenksproblemen. Die meisten PKV-Tarife erstatten diese Leistungen zu 100 Prozent, auch Basis-Tarife liegen hier selten unter 90 Prozent.
Das Besondere an der PKV ist, dass sie Wurzelbehandlungen unabhängig von der sogenannten „Erhaltungswürdigkeit“ des Zahnes erstattet. Die GKV prüft bei jedem Backenzahn, ob er bestimmte Kriterien erfüllt, bevor sie zahlt. Diesen bürokratischen Umweg sparst du dir mit der PKV.
Zahnersatz übernimmt die PKV zu 60 bis 100 Prozent
Bei Zahnersatz zeigen sich die größten Unterschiede zwischen den Tarifen, und hier solltest du bei der Tarifwahl genau hinschauen. Kronen, Brücken, Implantate, Prothesen und Inlays werden je nach Tarifklasse mit 60 bis 100 Prozent erstattet.
In Premium-Tarifen wie dem Hallesche NK.select XL oder dem DKV KombiMed Zahn Z100 bekommst du 90 bis 100 Prozent zurück.
Prophylaxe deckt die PKV zu 70 bis 100 Prozent ab
Die Prophylaxe umfasst vor allem die professionelle Zahnreinigung, aber auch Fissurenversiegelungen, Fluoridierungen und den Mundhygienestatus. Premium-Tarife erstatten diese Leistungen zu 100 Prozent und oft ohne Summenbegrenzung.
Die meisten PKV-Tarife erstatten Prophylaxe-Leistungen von Beginn an ohne Wartezeit und ohne Anrechnung auf die Zahnstaffel, das ist ein echter Vorteil gegenüber der GKV.
Wie oft übernimmt die PKV eine Zahnreinigung?
Premium-Tarife übernehmen die professionelle Zahnreinigung zweimal jährlich zu 100 Prozent, und zwar unbegrenzt oder mit einem großzügigen Limit von 200 bis 250 Euro pro Jahr. Das deckt sich mit der Empfehlung der Zahnmediziner, die für gesunde Erwachsene zwei Reinigungen pro Jahr im Abstand von sechs Monaten empfehlen.
Die folgende Übersicht zeigt dir, was die verschiedenen Tarifklassen bei der Zahnreinigung leisten:
| Tarifklasse | Erstattung | Häufigkeit | Summenbegrenzung | Tarifbeispiele |
|---|---|---|---|---|
| Premium | 100% | 2x jährlich oder häufiger | Keine oder 200-250 Euro/Jahr | DKV Z100, Allianz MeinZahnschutz 100, Hallesche NK.select XL |
| Komfort | 70-100% | 1-2x jährlich | 100-150 Euro/Jahr | DKV Z90, Signal Iduna ZahnTOP |
| Basis | 70-80% | 1x jährlich | 70-100 Euro/Jahr | Allianz MeinZahnschutz 75, Barmenia Mehr Zahn 80 |
Die Abrechnung der PZR erfolgt nach GOZ-Ziffer 1040, üblicherweise zum 2,3-fachen Satz mit etwa 67 Euro, in besonderen Fällen bis zum 3,5-fachen Satz mit etwa 97 Euro.
Dazu kommen oft weitere Leistungen wie Zahnsteinentfernung (GOZ 4050, 4055), Fluoridierung und Mundhygienestatus, sodass eine vollständige PZR auf 80 bis 150 Euro kommt.
Wie sieht es bei der GKV mit der Zahnreinigung aus?
Bei der GKV sieht das komplett anders aus, und das solltest du wissen, wenn du einen Vergleich ziehen willst. Die professionelle Zahnreinigung ist keine reguläre Kassenleistung. Was die GKV übernimmt, ist lediglich eine einfache Zahnsteinentfernung einmal jährlich.
Einige Kassen zahlen freiwillige Zuschüsse, aber die Unterschiede sind erheblich:
- Techniker Krankenkasse: 60 Euro/Jahr
- DAK Gesundheit: 60 Euro/Jahr
- BIG direkt gesund: 150 Euro/Jahr (2x 75 Euro)
- IKK classic: 250 Euro/Jahr (2x 125 Euro)
- Barmer: Über Bonusprogramm
Bei zwei Reinigungen à 100 Euro bleiben dir als GKV-Versicherter schnell 120 bis 200 Euro Eigenanteil pro Jahr. Das summiert sich über die Jahre, und genau deshalb lohnt sich die PKV schon allein bei der Prophylaxe.
Wie hoch sind die Kosten für ein Zahnimplantat in der PKV?
Ein komplettes Zahnimplantat mit Schraube, Abutment und Krone kostet in Deutschland zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Mit Knochenaufbau können die Kosten auf 3.500 bis 4.500 Euro steigen. Das klingt erstmal nach viel Geld, aber mit der richtigen PKV bleibt dein Eigenanteil überschaubar.
Damit du siehst, wie sich die Gesamtkosten zusammensetzen, hier die einzelnen Positionen im Überblick:
| Implantatschraube inkl. Material, OP und Röntgen | 1.200-1.800 Euro |
| Abutment (Verbindungsstück) | 200-400 Euro |
| Suprakonstruktion (Vollkeramikkrone) | 600-800 Euro |
| Gesamtkosten Standard | 2.000-2.600 Euro |
| Mit Knochenaufbau (Augmentation) | +500-1.500 Euro |
| Mit 3D-Diagnostik (DVT) | +150-300 Euro |
Was erstattet die PKV bei Implantaten?
Die PKV erstattet 60 bis 100 Prozent der Implantatkosten, abhängig vom gewählten Tarif. Die meisten Tarife versichern auch den Knochenaufbau mit, das ist wichtig, weil diese Zusatzleistung schnell mehrere hundert Euro kosten kann.
Bei einem Einzelimplantat für 2.300 Euro sieht deine Rechnung je nach Tarifklasse so aus:
| Tarifklasse | Erstattung | PKV zahlt | Dein Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Premium (90-100%) | 90-100% | 2.070-2.300 Euro | 0-230 Euro |
| Komfort (75-80%) | 75-80% | 1.725-1.840 Euro | 460-575 Euro |
| Basis (60-70%) | 60-70% | 1.380-1.610 Euro | 690-920 Euro |
Einige Tarife begrenzen die Anzahl der Implantate auf 6 pro Kiefer, also 12 insgesamt. Premium-Tarife wie der Continentale CEZE oder der DKV Z100 haben meist keine solche Limitierung.
Wie viel zahlt die GKV für ein Implantat?
Der Vergleich zur GKV fällt drastisch aus, und genau hier zeigt sich der größte Unterschied zwischen den beiden Systemen.
Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt für Implantate keinen Cent, da sie nicht zur Regelversorgung gehören. Du bekommst lediglich den Festzuschuss für die Regelversorgung bei einer Zahnlücke, also für eine Brücke oder Prothese.
Die GKV-Festzuschüsse (2026) für eine Einzelzahnlücke (Befund 1.1) sehen so aus:
| Bonusheft | Festzuschuss |
|---|---|
| Ohne Bonus (60%) | 239,03 Euro |
| 5 Jahre Bonusheft (70%) | 278,87 Euro |
| 10 Jahre Bonusheft (75%) | 298,79 Euro |
| Härtefall (100%) | 398,39 Euro |
Bei einem Implantat für 2.300 Euro bleiben dir als GKV-Versicherter mit zehn Jahren Bonusheft 2.001 Euro Eigenanteil. Das ist fast das Neunfache eines PKV-Versicherten im Premium-Tarif. Diesen Unterschied sehe ich in meinen Beratungen immer wieder, und er überrascht viele Interessenten.

Bei Implantaten solltest du außerdem beachten, dass du immer vorab einen Heil- und Kostenplan bei deiner PKV einreichst. Bei Tarifen wie dem Hallesche NK.select XL drohen ohne HKP Leistungskürzungen auf 50 Prozent, und das willst du bei einer so teuren Behandlung definitiv vermeiden.
Wie hoch sind die Kosten für eine Wurzelbehandlung in der PKV?
Eine Wurzelbehandlung kostet je nach Zahnposition und Behandlungsmethode zwischen 200 und 1.000 Euro.
Bei einem Backenzahn mit mehreren Wurzelkanälen und moderner Mikroskop-Technik können die Kosten auf 600 bis 900 Euro steigen. Die Kosten variieren stark, weil ein Frontzahn nur einen Kanal hat, ein Backenzahn aber drei bis vier.
Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über die Kosten nach Zahntyp:
| Zahntyp | Kanäle | GOZ-Ziffern | Kosten (2,3-fach) | Kosten (3,5-fach) |
|---|---|---|---|---|
| Frontzahn | 1 Kanal | 2410-2440 | 250-350 Euro | 380-520 Euro |
| Prämolar | 1-2 Kanäle | 2410-2440 | 300-450 Euro | 450-650 Euro |
| Backenzahn | 3-4 Kanäle | 2410-2440 | 450-700 Euro | 650-1.000 Euro |
Moderne Verfahren verbessern die Erfolgschancen deutlich, kosten aber extra:
| Zusatzleistung | GOZ | Mehrkosten |
|---|---|---|
| Mikroskop-Endodontie | 2415-2445 | +150-600 Euro |
| Elektrometrische Längenmessung | 2410 | +15-30 Euro |
| Maschinelle Aufbereitung | – | +100-300 Euro |
| Laserbehandlung | – | +60-200 Euro |
Warum erstattet die PKV Wurzelbehandlungen ohne Einschränkungen?
Die PKV erstattet Wurzelbehandlungen zu 90 bis 100 Prozent, und zwar unabhängig davon, ob der Zahn nach GKV-Kriterien als „erhaltungswürdig“ gilt. Auch moderne Verfahren wie die Mikroskop-Endodontie sind in Premium-Tarifen vollständig abgedeckt.
Bei einer Wurzelbehandlung am Backenzahn mit Mikroskop für 900 Euro zahlt die PKV im Premium-Tarif die vollen 900 Euro. Dein Eigenanteil liegt bei null. Das ist ein enormer Vorteil, denn die Mikroskop-Endodontie erhöht die Erfolgsrate einer Wurzelbehandlung von etwa 70 auf über 90 Prozent.
Wann zahlt die GKV für Wurzelbehandlungen?
Die GKV erstattet Wurzelbehandlungen nur unter strengen Bedingungen, und das kann für dich zum Problem werden. Der Zahn muss mindestens eines dieser Kriterien erfüllen:
- In einer geschlossenen Zahnreihe stehen
- Eine Freiendsituation vermeiden
- Bestehenden Zahnersatz erhalten
Bei Backenzähnen in Freiendsituation, also wenn dahinter kein Zahn mehr kommt, zahlt die GKV oft gar nichts. Dann bleibt dir nur die Extraktion als Kassenleistung oder du zahlst die Wurzelbehandlung komplett selbst.
Die modernen Verfahren wie Mikroskop, Laser und elektrometrische Längenmessung gelten in der GKV generell als Privatleistung. Dein Eigenanteil als GKV-Versicherter kann bei der gleichen Behandlung zwischen 0 und 900 Euro schwanken, je nachdem ob dein Zahn die strengen Kriterien erfüllt.
Was kostet eine Zahnfüllung als Privatpatient?
Eine Kunststofffüllung kostet als Privatpatient je nach Größe zwischen 68 und 151 Euro. Hochwertige Keramik-Inlays liegen bei 500 bis 700 Euro. Der Unterschied erklärt sich durch das Material und den Aufwand, und ich erkläre dir, wann welche Variante sinnvoll ist.
Die Kosten richten sich nach der Anzahl der betroffenen Zahnflächen und dem verwendeten Material:
| Füllungsart | GOZ-Ziffer | Kosten (1,0-fach) | Kosten (2,3-fach) | Kosten (3,5-fach) |
|---|---|---|---|---|
| Kompositfüllung einflächig | 2060 | 30 Euro | 68 Euro | 104 Euro |
| Kompositfüllung zweiflächig | 2080 | 32 Euro | 72 Euro | 110 Euro |
| Kompositfüllung dreiflächig | 2100 | 43 Euro | 99 Euro | 151 Euro |
| Kompositfüllung mehr als dreiflächig | 2120 | 43 Euro | 99 Euro | 151 Euro |
Bei Inlays kommen noch die Laborkosten dazu:
| Material | Zahnarzthonorar | Laborkosten | Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| Keramik-Inlay | 200-300 Euro | 300-400 Euro | 500-700 Euro |
| Gold-Inlay | 250-350 Euro | 350-550 Euro | 600-900 Euro |
| Kunststoff-Inlay | 180-250 Euro | 200-300 Euro | 380-550 Euro |
Hinzu kommen bei jeder Füllung noch Nebenleistungen wie die lokale Betäubung (GOZ 0080: 12-28 Euro), die Kariesentfernung (GOZ 2030: 10-23 Euro), eine Unterfüllung (GOZ 2050: 7-15 Euro) und eventuell die Trockenlegung mit Kofferdam (GOZ 1000: 5-12 Euro). Eine dreiflächige Kompositfüllung am Backenzahn kostet dich als Privatpatient insgesamt etwa 127 bis 180 Euro.
Wie unterscheiden sich PKV und GKV bei Zahnfüllungen?
Die PKV erstattet Füllungen zu 90 bis 100 Prozent, unabhängig vom Material oder der Zahnposition. Bei einer dreiflächigen Kompositfüllung für 127 Euro zahlt die PKV im Premium-Tarif die vollen 127 Euro.
Die GKV unterscheidet zwischen Front- und Seitenzähnen, und dieser Unterschied kann dich Geld kosten:
| Situation | GKV zahlt | PKV (Premium) zahlt | Eigenanteil GKV | Eigenanteil PKV |
|---|---|---|---|---|
| Kompositfüllung Frontzahn (127 Euro) | 127 Euro (100%) | 127 Euro (100%) | 0 Euro | 0 Euro |
| Kompositfüllung Seitenzahn (127 Euro) | ca. 50 Euro (Amalgam-Zuschuss) | 127 Euro (100%) | 77 Euro | 0 Euro |
| Keramik-Inlay (600 Euro) | ca. 40 Euro (Füllungszuschuss) | 540 Euro (90%) | 560 Euro | 60 Euro |
Seit dem 01.01.2025 ist Amalgam in der EU verboten. Die GKV zahlt im Seitenzahnbereich jetzt nur noch den Festzuschuss in Höhe einer einfachen Zement- oder Kunststofffüllung von etwa 30 bis 50 Euro. Hochwertige Kompositfüllungen werden als Mehrkosten-Behandlung privat abgerechnet, und du trägst die Differenz selbst.
Bei Keramik-Inlays wird der Unterschied besonders deutlich. Die PKV erstattet 90 Prozent von 600 Euro, also 540 Euro. Die GKV zahlt nur den Füllungszuschuss von etwa 40 Euro. Dein Eigenanteil als PKV-Versicherter liegt bei 60 Euro, als GKV-Versicherter bei 560 Euro.
Wie sieht eine Zahnsanierung mit dem Hallesche NK.select XL konkret aus?
Um dir zu zeigen, wie die Erstattung in der Praxis aussieht, rechne ich dir eine umfassende Zahnsanierung mit dem Hallesche NK.select XL durch.
In über 20 Jahren als PKV-Makler habe ich diesen Tarif immer wieder empfohlen, weil er zu den leistungsstärksten am deutschen Markt gehört. Die Tarifbedingungen (Fassung Januar 2026, PM 253u) sehen 100 Prozent Erstattung für Zahnbehandlung und Prophylaxe vor, 90 Prozent für Zahnersatz.
Welche Behandlungen braucht der Patient?
Ein 45-jähriger Patient benötigt folgende Behandlungen:
- 2x professionelle Zahnreinigung pro Jahr
- 1 Wurzelbehandlung mit Mikroskop am Backenzahn
- 2 Vollkeramikkronen
- 1 Einzelimplantat mit Krone
- 2 Keramik-Inlays
Wie viel erstattet der Hallesche NK.select XL?
Die folgende Aufstellung zeigt dir genau, was der Patient zahlt und was die PKV übernimmt:
| Behandlung | Gesamtkosten | PKV NK.select XL | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| 2x PZR | 240 Euro | 240 Euro (100%) | 0 Euro |
| Wurzelbehandlung Mikroskop | 600 Euro | 600 Euro (100%) | 0 Euro |
| 2x Vollkeramikkrone | 1.600 Euro | 1.440 Euro (90%) | 160 Euro |
| Implantat komplett | 2.300 Euro | 2.070 Euro (90%) | 230 Euro |
| 2x Keramik-Inlay | 1.200 Euro | 1.080 Euro (90%) | 120 Euro |
| Gesamt | 5.940 Euro | 5.430 Euro | 510 Euro |
Mit dem Hallesche NK.select XL zahlst du für eine Zahnsanierung im Wert von fast 6.000 Euro gerade einmal 510 Euro aus eigener Tasche. Das entspricht einem Eigenanteil von 8,6 Prozent.
Was würde die gleiche Behandlung als GKV-Versicherter kosten?
Die gleiche Behandlung als GKV-Versicherter mit zehn Jahren Bonusheft sieht komplett anders aus. Die GKV-Festzuschüsse basieren auf dem G-BA Beschluss gültig ab 01.01.2026 mit dem ZE-Punktwert von 1,1844 Euro:
| Behandlung | Gesamtkosten | GKV-Festzuschuss | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| 2x PZR | 240 Euro | 60 Euro (Kassenzuschuss) | 180 Euro |
| Wurzelbehandlung Mikroskop | 600 Euro | 250 Euro (nur Standard) | 350 Euro |
| 2x Vollkeramikkrone | 1.600 Euro | 558 Euro (2x 279 Euro mit Bonus) | 1.042 Euro |
| Implantat komplett | 2.300 Euro | 299 Euro (nur Lückenschluss-Zuschuss) | 2.001 Euro |
| 2x Keramik-Inlay | 1.200 Euro | 80 Euro (2x 40 Euro Füllungszuschuss) | 1.120 Euro |
| Gesamt | 5.940 Euro | 1.247 Euro | 4.693 Euro |
Als GKV-Versicherter zahlst du für die gleiche Behandlung 4.693 Euro aus eigener Tasche. Das ist mehr als das Neunfache des PKV-Eigenanteils und entspricht 79 Prozent der Gesamtkosten.
Die Ersparnis mit der PKV beträgt bei dieser Zahnsanierung 4.183 Euro.
Welche Zahnstaffel gilt beim Hallesche NK.select XL?
In den ersten Versicherungsjahren gelten beim Hallesche NK.select XL folgende Summenbegrenzungen für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Kieferorthopädie:
| Zeitraum | Maximale Erstattung |
|---|---|
| 1. Kalenderjahr | 1.500 Euro |
| 1.-2. Kalenderjahr | 3.000 Euro |
| 1.-3. Kalenderjahr | 4.500 Euro |
| 1.-4. Kalenderjahr | 6.000 Euro |
| Ab 5. Kalenderjahr | Unbegrenzt |
Die Zahnstaffel entfällt komplett bei unfallbedingten Zahnschäden. Außerdem entfällt sie bereits ab dem 4. Jahr, wenn du fünf Jahre vor Vertragsbeginn jährliche Zahnvorsorge nachweisen kannst. Die Prophylaxe (PZR) ist von Beginn an nicht durch die Zahnstaffel begrenzt.
Wie unterscheiden sich PKV und GKV beim Zahnarzt?
Die Unterschiede zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung zeigen sich beim Zahnarzt besonders deutlich.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Leistungsbereiche zusammen und hilft dir, die beiden Systeme direkt zu vergleichen:
| GKV | PKV (Premium-Tarif) | |
|---|---|---|
| Professionelle Zahnreinigung | Keine Kassenleistung, freiwillige Zuschüsse 40-150 Euro/Jahr | 100%, 2x jährlich unbegrenzt |
| Kunststofffüllung Frontzahn | 100% | 100% |
| Kunststofffüllung Seitenzahn | Festzuschuss ca. 40 Euro | 100% |
| Wurzelbehandlung | 100% nur bei „erhaltungswürdigem“ Zahn | 100% ohne Einschränkungen |
| Mikroskop-Endodontie | Privatleistung, 0% | 100% |
| Parodontosebehandlung | Standard-Behandlung 100% (seit Juli 2021), regenerative Verfahren 0% | 100% inkl. aller Verfahren |
| Vollkeramikkrone (800 Euro) | Festzuschuss 239-299 Euro | 720-800 Euro (90-100%) |
| Implantat (2.300 Euro) | Kein Festzuschuss für Implantat, nur Lückenschluss 299 Euro | 2.070-2.300 Euro (90-100%) |
| Keramik-Inlay (600 Euro) | Festzuschuss ca. 40 Euro | 540-600 Euro (90-100%) |
| Kieferorthopädie Kinder | 80-90% nur bei KIG 3-5 | 90-100% auch bei KIG 1-2 |
| Vollnarkose/Dämmerschlaf | Nur in Ausnahmefällen | 100% |
| GOZ-Steigerungssatz | Nicht relevant (BEMA-Abrechnung) | Bis 3,5-fach, Premium bis 5-fach |
In welchen Bereichen bringt dir die PKV am meisten?
Der größte Unterschied zeigt sich bei Zahnersatz und Implantaten, und genau hier lohnt sich die PKV am meisten. Bei einem Einzelimplantat für 2.300 Euro sparst du mit der PKV rund 1.770 Euro gegenüber der GKV. Bei einer Vollkeramikkrone sind es etwa 440 Euro, bei einem Keramik-Inlay rund 500 Euro.
Auch bei modernen Behandlungsmethoden hat die PKV die Nase vorn. Mikroskop-gestützte Wurzelbehandlungen, Laser-Therapien und regenerative Parodontosebehandlungen sind in der GKV Privatleistungen, die du vollständig selbst zahlen musst. In der PKV sind sie je nach Tarif zu 90 bis 100 Prozent abgedeckt.
Bei der Kieferorthopädie für Kinder zahlt die GKV nur bei mittleren bis schweren Fehlstellungen (KIG 3-5). Leichte Fehlstellungen (KIG 1-2) musst du komplett selbst finanzieren, das können schnell 4.000 Euro werden. Die PKV erstattet auch bei leichten Fehlstellungen 90 bis 100 Prozent.
Wo kann die GKV mithalten?
Bei Standard-Behandlungen wie einfachen Füllungen an Frontzähnen oder klassischen Wurzelbehandlungen an erhaltungswürdigen Zähnen leistet die GKV zu 100 Prozent.
Auch die Parodontosebehandlung nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses wird seit Juli 2021 vollständig übernommen, einschließlich einer zweijährigen UPT (unterstützende Parodontitis-Therapie).
Die halbjährlichen Kontrolluntersuchungen und die jährliche Zahnsteinentfernung sind in der GKV ebenfalls zu 100 Prozent abgedeckt. Wenn du also nur Basisversorgung brauchst und keine hochwertigen Materialien oder moderne Verfahren nutzen willst, kann die GKV durchaus ausreichen.
Fazit: Was leistet die PKV beim Zahnarzt für dich?
Die private Krankenversicherung bietet beim Zahnarzt einen deutlich umfangreicheren Schutz als die GKV. Je nach Tarif übernimmt sie 60 bis 100 Prozent aller Zahnarztkosten, von der Prophylaxe über Füllungen und Wurzelbehandlungen bis hin zu Implantaten und Kronen.
Was bekommst du bei der PKV konkret?
- Prophylaxe: 70-100% für die professionelle Zahnreinigung, in Premium-Tarifen 2x jährlich unbegrenzt
- Zahnbehandlung: 90-100% für Füllungen, Wurzelbehandlungen und Parodontosebehandlungen, auch mit modernen Verfahren
- Zahnersatz: 60-100% für Kronen, Brücken, Implantate und Inlays, inklusive Knochenaufbau
- Kieferorthopädie: 70-100% auch bei leichten Fehlstellungen (KIG 1-2)
- GOZ-Erstattung: Bis 3,5-fach in Standard-Tarifen, bis 5-fach in Premium-Tarifen
Welche Einschränkungen solltest du kennen?
In den ersten vier Versicherungsjahren greift die Zahnstaffel, die deine Erstattung auf 1.000 bis 6.000 Euro begrenzt. Ab dem fünften Jahr entfällt diese Begrenzung vollständig. Außerdem erstatten Standard-Tarife nur bis zum 3,5-fachen GOZ-Satz, während Premium-Tarife auch darüber hinaus leisten.
Bei bereits begonnenen oder angeratenen Behandlungen leistet die PKV nicht, das solltest du beim Abschluss beachten. Fehlende Zähne können zu Risikozuschlägen führen oder vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden.
Bei umfangreichen Zahnsanierungen kann die PKV dir tausende Euro sparen. In meinem Rechenbeispiel lag die Ersparnis gegenüber der GKV bei über 4.000 Euro für eine einzige Behandlungsserie. Gerade wenn du Wert auf hochwertige Versorgung mit Implantaten, Vollkeramik und modernen Behandlungsmethoden legst, zahlt sich ein leistungsstarker PKV-Tarif beim Zahnarzt aus.
Wenn du wissen willst, welcher Tarif zu deiner persönlichen Situation passt und wie du die Zahnstaffel optimal für dich nutzen kannst, solltest du dich individuell beraten lassen.





