Marcus Knispel
Schwerpunkt Expertise Zielgruppen Kontakt Beratungstermin vereinbaren
PKV für Piloten: Beiträge, Vorteile & Leistungen (2026)
Zur Artikelübersicht
PKV-Wissen 13 Minuten

PKV für Piloten: Beiträge, Vorteile & Leistungen (2026)

Piloten ab 77.400 Euro Jahresgehalt können in die PKV wechseln – doch nur mit den richtigen Tarifen. Hochleistungstarife kosten realistisch 800 bis 1.100 Euro monatlich, nach Arbeitgeberzuschuss bleiben 300 bis 600 Euro Eigenanteil. Unverzichtbar sind weltweite Absicherung, starke Psychotherapieleistungen, Reha und klar geregeltes Krankentagegeld bei Fluguntauglichkeit.

Du verdienst als Pilot über 77.400 Euro und überlegst, ob PKV für dich passt. Nach über 20 Jahren als PKV-Berater weiß ich: Ein Wechsel in die PKV kann funktionieren – aber nur mit den richtigen „fit-to-fly“-Tarifen. Viele Piloten treffen ihre PKV-Entscheidung unüberlegt oder wechseln viel zu spät.

Das wird dir spätestens nach dem Beitrag nicht passieren. Lass uns gemeinsam schauen, wann die PKV für dich wirklich Sinn macht, welche Tarife du brauchst und worauf du bei der Tarifauswahl achten musst.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Als angestellter Pilot kannst du in die PKV wechseln, sobald dein Jahresgehalt dauerhaft über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro (2026) liegt
  • Hochleistungstarife für Piloten kosten realistisch 800 bis 1.100 Euro monatlich vor Arbeitgeberzuschuss, nach Zuschuss bleiben 300 bis 600 Euro Eigenanteil
  • Für Piloten sind weltweite Absicherung, starke Psychotherapie-Leistungen, Reha und klar geregeltes Krankentagegeld bei Fluguntauglichkeit unverzichtbar
  • Die größten Risiken sind Beitragssprünge im Alter und hohe Fixkosten bei Verlust der Flugtauglichkeit

Wann ist die PKV für Piloten möglich?

Eine PKV ist für Piloten grundsätzlich möglich – entscheidend ist nicht der Beruf „Pilot“, sondern ob du versicherungsfrei in der GKV bist und die Gesundheitsprüfung bestehst.

Unter welchen Bedingungen kann ich als Pilot in die PKV wechseln?

Du kannst als angestellter Airline-Pilot in die PKV wechseln, sobald dein regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt dauerhaft über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro brutto liegt (2026).

Diese Grenze muss voraussichtlich dauerhaft überschritten werden, wobei regelmäßiges Gehalt inklusive fixer Zuschläge zählt. Variable Boni werden nur berücksichtigt, wenn sie regelmäßig zu erwarten sind.

Du musst aus der GKV regulär austreten und dabei Fristen von meist zwei Monaten zum Monatsende beachten. Bei erstmaligem Überschreiten der JAEG gilt eine Zwei-Wochen-Frist nach Mitteilung durch die Krankenkasse.

Außerdem musst du die Gesundheitsprüfung der PKV bestehen. Vorerkrankungen, flugmedizinische Einschränkungen oder psychische Erkrankungen können zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder Ablehnung führen.

Bist du selbstständiger oder freiberuflicher Pilot (als Contractor, Fluglehrer mit eigener Tätigkeit), kannst du dich grundsätzlich ohne Einkommensgrenze privat versichern, sobald deine selbstständige Tätigkeit hauptberuflich ist.

Welche Rolle spielt mein Einkommen als Pilot für die Wahl der PKV?

Dein Einkommen ist der zentrale Türöffner zur PKV – und später ein maßgeblicher Stabilitätsfaktor.

Angestellte Piloten dürfen nur dann in die PKV wechseln, wenn ihr Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze von 77.400 Euro liegt. Je höher dein Einkommen, desto leichter lassen sich im Alter steigende PKV-Beiträge aus dem laufenden Cashflow oder aus Rücklagen tragen.

Variable Vergütungsbestandteile wie Zulagen oder Boni können zur JAEG-Berechnung zählen, wenn sie regelmäßig zu erwarten sind. Fällt dein Einkommen später unter die Grenze, kann wieder Versicherungspflicht in der GKV entstehen.

Der Arbeitgeber beteiligt sich in der PKV bis zur Hälfte an deinem Beitrag, aber nur bis zu einem gesetzlich definierten Höchstzuschuss von 503 Euro monatlich (2026). Damit wirkt sich auch die Beitragshöhe indirekt auf deinen Nettolohn aus.

Welche Vorteile hat PKV speziell für Piloten?

Die PKV bietet Piloten Vorteile, die genau zu ihrem flugmedizinischen Risiko, hohen Einkommen und der weltweiten Mobilität passen – vorausgesetzt, der Tarif ist „fit to fly“ gewählt.

Du bekommst kürzere Wartezeiten und leichteren Zugang zu Fachärzten (Kardiologie, Neurologie, Orthopädie), was wichtig ist, um schnell wieder flugtauglich zu werden. Die bessere Unterbringung und Behandlung im Krankenhaus (Ein-/Zweibettzimmer, Chefarzt) ist gerade nach Operationen an Augen, Herz oder Bewegungsapparat relevant.

Du kannst Tarife mit stark erweitertem Auslands- und Rücktransport-Schutz wählen – deutlich wichtiger für fliegendes Personal als Standardlösungen. Die individuelle Kombination mit Krankentagegeld bzw. speziellen Lösungen bei Fluguntauglichkeit sichert Einkommenslücken bei längerer Erkrankung ab.

Welche Leistungen sind für Piloten in der PKV besonders wichtig?

Schon mal einen PKV-Vergleich besucht und Tarife ab 300 Euro gesehen? Leider haben sich in der Vergangenheit auch einige meiner Kunden von solchen Tarifangeboten locken lassen. Was heute günstig klingt, wird langfristig jedoch (fast) immer zum Problem, weil niedrige Beiträge immer ein Zeichen von Leistungslücken sind.

Das kannst du dir als Pilot nicht leisten. Für deine Berufsgruppe sind fünf Leistungsbereiche unverzichtbar, die in den Standard-PKV-Ratgebern und leider auch bei einigen Beratern oft zu kurz kommen:

  • Starker ambulanter und fachärztlicher Bereich: Freie Arztwahl, Facharztzugang ohne Überweisung, Erstattung bis 3,5-fach GOÄ und gute Diagnostik (MRT, CT, Belastungs-EKG). Dein Medical hängt davon ab, dass Herz-Kreislauf-Probleme, neurologische Auffälligkeiten oder orthopädische Einschränkungen früh erkannt werden.
  • Hochwertige stationäre Leistungen: Ein-/Zweibettzimmer, Chefarzt und umfangreiche Reha. Nach einer Herz-OP oder neurochirurgischen Eingriffen entscheidet die Qualität der Nachsorge darüber, ob du schnell zurück ins Cockpit kommst.
  • Leistungsstarker Zahntarif: Inlays, Implantate und hochwertiger Zahnersatz. Zahngesundheit ist Bestandteil vieler flugmedizinischer Checks – ein fehlender Zahn oder unbehandelte Parodontitis können dein Medical gefährden.
  • Krankentagegeld mit ausreichender Höhe: 140 bis 160 Euro pro Tag ab frühzeitigem Beginn. Wenn du dein Medical verlierst und monatelang am Boden bleibst, reicht die gesetzliche Lohnfortzahlung bei deinem Piloten-Einkommen nicht aus.
  • Auslands- und Rücktransport-Schutz: Medizinisch sinnvoller Rücktransport, nicht nur medizinisch notwendiger. Viele Standard-Tarife zahlen nur bei „medizinisch notwendig“ – aber du brauchst die Klausel „medizinisch sinnvoll“, um aus den USA nach Deutschland zurückgeholt zu werden, sobald der Transport vertretbar ist.

Warum ist weltweite Absicherung für Piloten relevant?

Piloten halten sich beruflich regelmäßig im Ausland auf. PKV-Leistungen gelten zwar grundsätzlich grenzüberschreitend, die genaue Dauer und der Umfang (EU vs. weltweite Geltung) hängen aber stark vom Tarif ab.

Viele Voll-PKV-Tarife leisten in Europa unbegrenzt und weltweit zumindest für einen begrenzten Zeitraum (oft ein bis drei Monate), was Dienstreisen und Layovers absichert. In Nicht-EU-Ländern – speziell USA/Kanada mit extrem hohen Behandlungskosten – kann eine weltweite Deckung mit klar geregelter Kostenübernahme existenziell sein.

Für Piloten ist wichtig, dass auch bei längeren Auslandsaufenthalten (temporäre Stationierung) entweder der PKV-Tarif erweitert werden kann oder ergänzende Auslandspolicen nahtlos greifen.

Was kostet die PKV für Piloten?

PKV-Hochleistungstarife für Piloten liegen realistisch deutlich über 800 Euro im Monat – bei Top-Gesellschaften wie Allianz je nach Alter, Selbstbeteiligung und Krankentagegeld teils klar vierstellig.

Wie hoch sind typische PKV-Beiträge für Piloten im Vergleich zur GKV?

Für einen angestellten Piloten mit Hochleistungstarif, Krankentagegeld und geringer Selbstbeteiligung liegt der Gesamtbeitrag realistisch bei 800 bis 1.100 Euro monatlich vor Arbeitgeberzuschuss. Netto nach Zuschuss bleiben etwa 300 bis 600 Euro Eigenanteil – ähnlich wie der GKV-Höchstbeitrag, aber mit deutlich höherer Leistung.

Tarifbeispiel: Was kostet ein Allianz-Hochleistungstarif für Piloten?

Piloten werden bei der Allianz in normalen Hochleistungstarifen nach Berufsgruppe kalkuliert.

Ein 34-jähriger Pilot zahlt im Tarif „MeinGesundheitsschutz Plus 90“ (90 Prozent Erstattung, 10 Prozent Selbstbeteiligung bis 500 Euro jährlich) plus „MeinGesundheitsschutz Zahn 90“ plus Krankentagegeld ab der siebten Woche (160 Euro Tagessatz) insgesamt 834,26 Euro monatlich.

Die Aufteilung lautet wie folgt: 509,86 Euro für den Haupttarif, 122,12 Euro für Zahn, 68,80 Euro Krankentagegeld, 63,20 Euro gesetzlicher Zuschlag und 70,28 Euro Pflegepflichtversicherung. Der Arbeitgeberzuschuss beträgt 417,13 Euro, der Eigenanteil ebenfalls 417,13 Euro.

Zum Vergleich: Der GKV-Höchstbeitrag liegt 2026 bei etwa 1.252 Euro monatlich (für kinderlose Gutverdienende), davon zahlt der Arbeitnehmer etwa 626 Euro Eigenanteil.

Welche Faktoren bestimmen meinen Beitrag als Pilot in der PKV?

Für Piloten gelten die gleichen Regeln, wie für „normale“ Besuche, einige davon sind wegen des Berufs jedoch besonders kritisch, weil die PKV sämtliche Risiken in die Beitragskalkulation einbeziehen muss:

  • Alter beim Einstieg: Je später der Einstieg, desto höher der Beitrag. Die genannten 830 bis 940 Euro laufen in Beispielen für Mitte-30-Jährige, ältere Piloten zahlen in Hochleistungstarifen schnell klar vierstellig.
  • Gesundheitszustand: Flugmedizinisch relevante Risiken (Herz-Kreislauf, Psyche, orthopädische Themen) führen leicht zu Zuschlägen oder Ausschlüssen und können den Beitrag merklich erhöhen.
  • Tarifniveau und Selbstbeteiligung: „Plus 90“ oder „Best“-Niveau mit 90 bis 100 Prozent Erstattung, Einbett-/Zweibettzimmer, Chefarzt und volle Zahntarife kostet deutlich mehr als Mittelklasse-Tarife. Geringe oder keine Selbstbeteiligung treibt den Beitrag zusätzlich hoch.
  • Krankentagegeld: Hohe Tagessätze (140 bis 160 Euro pro Tag) sind für Piloten sinnvoll, verteuern aber den Gesamtbeitrag deutlich.
  • Berufsgruppe und Einkommen: Piloten werden je nach Gesellschaft eher in gut verdienende, aber nicht extrem unfallgefährdete Berufsgruppen einsortiert. Das Einkommen beeinflusst zwar nicht den PKV-Beitrag direkt, aber die notwendige Höhe des Krankentagegelds und die Wahl eines stabilen Hochleistungstarifs.

Welche Risiken hat eine PKV für Piloten?

PKV ist für Piloten mit spezifischen Risiken verbunden – vor allem bei Verlust der Flugtauglichkeit und durch steigende Beiträge im Alter, wenn die Gesamtabsicherung nicht sauber geplant ist:

  • Hohe Fixkosten: Hochleistungstarife mit Krankentagegeld und ggf. Loss-of-Licence-Absicherung führen zu hohen, dauerhaften Monatsbeiträgen. Bei Einkommensausfall kann das zur Belastung werden.
  • Gesundheitsrisiko „Medical“: Häufige flugmedizinische Checks erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Erkrankungen früh entdeckt werden und zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder Problemen beim Neuabschluss führen.
  • Tarife sind nicht automatisch „pilotenfreundlich“: Viele Krankentagegeld-Tarife definieren Arbeitsunfähigkeit nicht klar im Sinne von Fluguntauglichkeit. Es drohen Deckungslücken, wenn die Bedingungen schlecht formuliert sind.
  • Beitragssprünge: PKV-Beiträge steigen eher sprunghaft als jährlich gleichmäßig. Wer keinen Puffer oder Entlastungsbausteine einplant, kann im Alter in Finanzierungsschwierigkeiten kommen.

Was passiert mit meiner PKV, wenn ich meine Flugtauglichkeit verliere?

Deine PKV bleibt als Krankenversicherung ganz normal bestehen – auch wenn du dein Medical verlierst. Sie zahlt weiterhin ambulante, stationäre und Reha-Behandlungen.

Bei vorübergehender Fluguntauglichkeit hast du Anspruch auf Krankentagegeld, wenn die Bedingungen Fluguntauglichkeit ausdrücklich der Arbeitsunfähigkeit gleichstellen. Das greift typischerweise nach Ende der Lohnfortzahlung und dauert bis zur Wiedererlangung der Tauglichkeit oder einer vertraglichen Höchstdauer.

Verlierst du deine Fluglizenz dauerhaft, ist das primär ein Thema für Berufsunfähigkeits- und Loss-of-Licence-Versicherung. Sie federn den Einkommensverlust und sämtliche Umschulungskosten ab. Wenn du in einen anderen, oft schlechter bezahlten Beruf wechselst, bleibt die PKV mit ihrem ursprünglich kalkulierten Beitrag bestehen.

PKV-Beiträge passen sich nicht automatisch an das neue Einkommen an, was das Budget belasten kann.

Wie wirken sich Beitragserhöhungen im Alter auf Piloten aus?

PKV-Beiträge steigen im Alter, vor allem durch höhere Gesundheitskosten, längere Lebenserwartung und niedrige Zinsen auf Alterungsrückstellungen. Beitragsanpassungen erfolgen dann sprunghaft.

Gut verdienende Piloten profitieren zwar von hohen Einkommen, verlieren aber bei dauerhafter Fluguntauglichkeit oft genau dieses hohe Einkommen. Dann können Beiträge von 800 bis 1.200 Euro in Hochleistungstarifen schnell zur Last werden, wenn keine ausreichenden Rücklagen aufgebaut wurden.

Ohne frühzeitige Planung (Alterungsrückstellungen, Entlastungstarife, ggf. Tarifwechsel im gleichen Unternehmen) droht im Rentenalter eine deutliche Lücke zwischen Renteneinkommen und PKV-Beiträgen.

Wer früh in hochwertige Tarife einsteigt, konsequent Rücklagen bildet und Entlastungsbausteine bzw. Tarifoptimierung nutzt, kann die Beitragshöhe im Alter spürbar dämpfen und damit die typischen PKV-Risiken entschärfen.

Das gilt für Piloten wie für andere Gutverdiener.

Worauf sollten Piloten bei der Tarifauswahl in der PKV besonders achten?

Piloten sollten bei der PKV konsequent „fit-to-fly“-Tarife wählen. Das bedeutet starke ambulante und stationäre Leistungen, ernstzunehmende Psychotherapie- und Reha-Bausteine sowie saubere Klauseln zu Fluguntauglichkeit und Risiken.

Welche Leistungsbausteine sind für Piloten „Must-have“ und welche sind eher nice-to-have?

Für Piloten gibt es klare Must-haves, ohne die ein PKV-Tarif nicht funktioniert:

  • Ambulant: Freie Arztwahl, Facharztzugang ohne Überweisung, Erstattung mindestens 2,3-fach GOÄ (besser bis 3,5-fach) und gute Diagnostik (MRT, CT, Belastungs-EKG)
  • Stationär: Ein-/Zweibettzimmer, privatärztliche Behandlung (Chefarzt), keine harten Begrenzungen bei OP-Kosten, klare Regelungen zur Anschlussheilbehandlung
  • Psychotherapie: Großzügige Kontingente für ambulante und stationäre Therapie (keine Mini-Kontingente von nur 20 bis 30 Sitzungen über mehrere Jahre)
  • Reha/Kuren: Klar geregelte Übernahme medizinisch notwendiger Reha, auch nach Herz-Kreislauf-, orthopädischen oder psychischen Erkrankungen
  • Auslandsleistungen: Weltweite Geltung mindestens für typische Auslandsaufenthalte, idealerweise inklusive medizinisch sinnvollem Rücktransport
  • Krankentagegeld: Saubere Anbindung an Fluguntauglichkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit mit klarer Definition, ausreichend hoher Tagessatz

Nice-to-have sind Komfort-Extras wie Rooming-in, Wahlleistungen im Auslandskrankenhaus, sehr hohe Heilpraktiker-Erstattung, überdurchschnittliche Wellness-/Präventionsbudgets und Bonusprogramme.

Wie wichtig sind Psychotherapie, stationäre Wahlleistungen und Reha für meine langfristige Gesundheit als Pilot?

Psychotherapie ist für Piloten ein Pflichtbaustein, nicht nur nice-to-have. Cockpit-Jobs sind mental hoch belastend. Burnout, Schlafstörungen, Angststörungen und Depressionen sind reale Risiken. Gute Psychotherapie-Leistungen in der PKV können über deine Flugtauglichkeit entscheiden.

Stationäre Wahlleistungen sind nach Herz-Kreislauf-, neuro- oder orthopädischen Eingriffen relevant, um schnell und vollständig arbeits- bzw. flugtauglich zu werden. Eine hochwertige stationäre Behandlung inklusive Chefarzt und ruhiger Umgebung macht den Unterschied.

Reha und Anschlussheilbehandlung entscheiden oft darüber, ob und wie schnell ein Pilot ins Cockpit zurückkehrt. Tarife sollten Reha nach Operationen und chronischen Erkrankungen nicht nur auf dem Papier, sondern mit klaren Bedingungen (Dauer, Art, Kostendeckung) abbilden.

Worauf sollte ich als Pilot beim Kleingedruckten (Ausschlüsse, Risikozuschläge, medizinische Gutachten) achten?

Beim Kleingedruckten solltest du als Pilot fünf Punkte besonders genau prüfen:

  • Definition von Arbeitsunfähigkeit und Fluguntauglichkeit: In Krankentagegeld-Bausteinen muss klar sein, dass Fluguntauglichkeit (Verlust Medical, behördliche Entscheidung) als Arbeitsunfähigkeit gilt bzw. wie sie dazu ins Verhältnis gesetzt wird
  • Ausschlüsse: Prüfe, ob psychische Erkrankungen, stressbedingte Störungen, hormonelle Ursachen oder flugtypische Risiken (berufliche Strahlenbelastung, Kriegs-/Krisengebiete) ausgeschlossen oder eingeschränkt sind – solche Klauseln können den Schutz massiv entwerten
  • Risikozuschläge: Vorerkrankungen (insbesondere Psychotherapie, Herz-Kreislauf, Rücken, Augen) führen oft zu Zuschlägen oder Leistungsausschlüssen. Wichtig sind transparente, schriftlich begründete Angebote und ggf. anonyme Risikovoranfragen
  • Medizinische Gutachten: Bei bereits bestehenden Diagnosen oder Grenzfällen solltest du wissen, welche Unterlagen der Versicherer verlangt und wie diese in der Annahmeentscheidung gewertet werden (flugmedizinische Gutachten, psychologische Berichte)
  • Tarifwechsel-Optionen und Beitragsstabilität: Achte auf solide Tarifhistorie, ausreichende Alterungsrückstellungen und echte interne Wechseloptionen, damit du bei Bedarf ohne erneute Gesundheitsprüfung in günstigere Tarife wechseln kannst

Für wen ist die PKV als Pilot sinnvoll?

PKV ist für Piloten vor allem dann sinnvoll, wenn Einkommen, Gesundheitszustand und Lebensplanung zu den hohen, aber leistungsstarken Tarifen passen – und die Risiken (Fluguntauglichkeit, Beitragssprünge) sauber abgefedert sind.

In welchen Fällen lohnt sich eine PKV für Piloten besonders?

PKV lohnt sich für dich als Pilot besonders, wenn du jung, gesund und deutlich über der Versicherungspflichtgrenze bist. Für gutverdienende Piloten kann PKV bei besserer Leistung in den ersten Berufsjahren sogar günstiger oder ähnlich teuer sein wie die GKV zum Höchstbeitrag – vor allem durch den Arbeitgeberzuschuss.

Du profitierst stark, wenn du gezielt bessere Leistungen willst. Facharztzugang ohne Wartezeiten, Ein-/Zweibettzimmer, Chefarzt, starker Zahntarif plus weltweite Leistungen („fit-to-fly“-Tarif) sind für Piloten medizinisch und beruflich besonders wertvoll.

Eine PKV passt gut zu dir als Piloten, wenn du langfristig hohe Einkommen planst und Rücklagen aufbaust. Top-Verdiener mit stabiler Karriereperspektive, die parallel Entlastungsbausteine und Reserven für das Alter aufbauen, können die höheren PKV-Beiträge auch im Ruhestand eher tragen.

Wenn du selbstständiger oder freiberuflicher Pilot im Cockpit bist oder wirst, kann eine starke PKV mit passendem Krankentagegeld im Vergleich zur freiwilligen GKV besonders attraktiv sein. Hier kannst du hohe Tagesleistungen absichern.

Ein klassischer Sweet Spot ist der junge Single-Pilot mit hohem Einkommen, ohne geplante große Familie, der Wert auf Spitzenmedizin und flexible Auslandsklauseln legt und finanziell diszipliniert Rücklagen für die Zukunft bildet.

Wann kann es als Pilot besser sein, in der GKV zu bleiben?

In vier typischen Situationen ist die GKV für Piloten oft die bessere Wahl:

  • Einkommen nur knapp über JAEG oder unsichere Perspektive: Wenn dein Einkommen nur gering über der Versicherungspflichtgrenze liegt oder du mittelfristig Teilzeit oder Gehaltsverzicht planst, ist das finanzielle Plus der PKV meist gering und das Rückkehr-Risiko hoch
  • Geplante oder bestehende Familie: Da es in der PKV keine kostenlose Familienversicherung gibt, können mehrere Voll-PKV-Verträge für Partner und Kinder die Kosten gegenüber der GKV massiv erhöhen
  • Vorerkrankungen oder unsicheres Medical: Wer bereits gesundheitliche Baustellen hat oder sich wegen naher Fluguntauglichkeit sorgt, bekommt entweder teure Zuschläge oder Ausschlüsse oder wird abgelehnt – hier ist GKV als Solidarsystem meist die stabilere Basis
  • Später Einstieg kurz vor 50/55: Für Piloten, die spät auf PKV umsteigen wollen und keinen langen Zeithorizont zum Aufbau von Rücklagen haben, überwiegen häufig die Risiken steigender PKV-Beiträge im Alter, während die GKV-Beiträge sich eher an der späteren (niedrigeren) Rente orientieren

Gerade Piloten sollten die Entscheidung immer im Gesamtpaket mit Loss-of-Licence- und Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankentagegeld, Familienplanung und Einkommensentwicklung treffen – nicht isoliert nur nach dem Monatsbeitrag der PKV.

Marcus Knispel
Autor

Marcus Knispel

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.

Kontakt

Sprechen Sie mit mir, bevor Sie einen PKV-Antrag stellen

Marcus Knispel – Erstgespräch vereinbaren
Erstgespräch

Im Erstgespräch klären wir, ob die PKV zu Ihnen passt

Den Termin suchen Sie sich online selbst aus. Wir sprechen dann am Telefon oder per Video, und wenn Ihnen ein persönliches Treffen lieber ist, finden wir auch dafür einen Weg.

Erstgespräch mit mir vereinbaren
Marcus Knispel – Anruf oder E-Mail
Direktkontakt

Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir

Eine kurze Frage vorab beantworte ich Ihnen gern direkt. Erreiche ich Sie nicht sofort, melde ich mich in der Regel am selben Tag zurück.

0171 6241428