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# Warum der Wechsel in die PKV immer eine Leistungsfrage sein sollte

07. Mai 2024 -  **Marcus Knispel**

Ein Wechsel in die private Krankenversicherung klingt verlockend, besonders wenn günstige Tarife ab 282 Euro beworben werden. Doch wie beim Vergleich zwischen Porsche und Dacia gilt: Qualität hat ihren Preis. Günstige PKV-Tarife verstecken oft erhebliche Einschränkungen im Kleingedruckten. Wer wirklich von den Vorteilen der PKV profitieren möchte, sollte den Wechsel immer als Leistungsfrage betrachten.

Ein Wechsel in die private Krankenversicherung kann viele Vorteile mit sich bringen. Kurzfristige Terminvergaben bei Fachärzten, die beste medizinische Versorgung, kürzere Wartezeiten beim Arzt und vieles mehr. Die Liste an Vorteilen lässt sich endlos fortsetzen.

Trotz der vielen Vorteile sollte ein Wechsel aus der gesetzlichen, in die private Krankenversicherung sehr gut durchdacht sein und am besten mit einem Experten geplant werden.

Warum ein Wechsel in die PKV immer eine Frage der Leistung und nie eine Frage des Geldes sein sollte, klären wir im folgenden Artikel.

### Wie gut ist eine PKV für 300 Euro wirklich?

Nicht selten sieht man Anzeigen und Versprechen in Werbeanzeigen auf Social Media.

Statt 792,93 Euro kostet die Krankenversicherung bei diesem Anbieter und in diesem Tarif gerade einmal 282,37 Euro.

Eine private Krankenversicherung für diesen Preis? Da wechsel ich doch gerne, gerade wenn man die Vorteile kennt.

Doch seien wir mal ehrlich:

Kann eine PKV für 300 Euro mit einer PKV für 800 Euro im Monat mithalten?

Das ist, wie wenn ich einen Porsche mit einem Dacia vergleiche.

### Porsche vs. Dacia

Beides sind Autos, haben vier Räder, einen Motor und ein Lenkrad, aber da hören die Gemeinsamkeiten in der Regel auch schon auf.

Ein Porsche kostet zwischen 60.000 und 120.000 Euro. Der Dacia zwischen 11.000 und 22.000 Euro.

Und das hat auch einen Grund: Die Qualität.

Die Sitze im Porsche sind aus feinem Nappaleder, die im Dacia aus Stoff.

Mit dem Porsche benötigt man gerade einmal 4,2 Sekunden, um von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Der Dacia braucht dafür 13,8 Sekunden.

Und dann das Fahrgefühl…

Ich glaube, du verstehst worauf ich hinaus will. Dacia und Porsche sind zwar beides Autos, aber die Unterschiede zwischen den Beiden sind massiv.

So ist es auch mit einer privaten Krankenversicherung für 282 Euro im Vergleich zu einer Krankenversicherung für 800 Euro.

### 300 Euro PKV vs. 800 Euro PKV

Beides sind zwar private Krankenversicherungen, doch ist der Unterschied in der Leistung wie der zwischen einem Porsche und einem Dacia.

Nehmen wir als Beispiel einen klassischen Starter Tarif einer privaten Krankenversicherung, der sehr häufig über den Preis vermittelt wird.

Auf den ersten Blick klingt alles super. Eine private Krankenversicherung, die für einen 28-jährigen Selbstständigen lediglich 282 Euro pro Monat kostet.

Tolle Leistungen, weniger Wartezeiten beim Facharzt und die ganzen Vorteile, die man als Privatversicherter genießt. Und das für gerade einmal 282 Euro? Klingt doch nach einem guten Deal, oder?

Vor allem, weil ein solcher Tarif meistens auch gerade für Selbstständige und Unternehmer weitaus günstiger ist, als die meisten Tarife in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Und auch andere Tarife in der PKV kosten gerne mal das Doppelte oder Dreifache.

Wenn da nicht das Kleingedruckte wäre.

Denn genau hier kommt der Vergleich mit dem Porsche und dem Dacia ins Spiel und die Frage:

“Kann eine private Krankenversicherung für 282 Euro so gut sein wie eine für 800 Euro?”

### Einschränkungen und Kostenfallen einer 300 Euro PKV

- Gehst du direkt zum Facharzt, werden die Behandlung und alle Folgebehandlungen nur noch zu 80 Prozent erstattet. Also musst du dich zuerst überweisen lassen, bevor er du dich vom Spezialisten behandeln lassen kannst, oder du bezahlst 20 Prozent der Kosten und möglichen Folgekosten aus der eigenen Tasche.
- Bei vielen Hilfsmitteln wie Hörgeräten, Sprechhilfen, Prothesen oder Krankenfahrstühlen gibt es oft eine relativ niedrige Maximalerstattung. Zusätzlich werden bei Hilfsmitteln oft lediglich die Standardausführung erstattet.
- Logopädie und Ergotherapie werden mit lediglich 90 Prozent erstattet.
- Privatkliniken darfst du zwar nutzen, aber die anfallenden Mehrkosten für Wahlleistungen müssen zu 100 Prozent selbst übernommen werden.
- Und mein absoluter Favorit: Für Zahnersatz besteht ab dem siebten Jahr eine dauerhafte Leistungsbegrenzung in Höhe von 4.000 Euro pro Jahr. Das reicht gerade mal für zwei Implantate oder 4 Kronen. Und die Inflation – denn auch medizinische Leistungen werden teurer – wird hier nicht berücksichtigt.

Die Liste mit den Einschränkungen lässt sich noch um weitere 42 Punkte erweitern.

Bitte beachte:

Mündliche Zusagen, – wenn sie vorher nicht dokumentiert und von der Gesellschaft abgesegnet wurden, – zählen im Ernstfall nicht. Im Leistungsfall gilt alleine, was in den Versicherungsbedingungen steht.

### Außen PKV innen Mogelpackung

Außen steht zwar PKV auf dem Tarif, viel besser als ein Tarif der gesetzlichen Krankenversicherung, ist er eigentlich nicht.

Du sparst dir zwar Geld durch den niedrigen Beitrag, doch ist das gesparte Geld bereits schnell durch den teilweise hohen Selbstbehalt wieder aufgebraucht. Gehst du öfter zum Arzt, machst du sogar eher ein Minusgeschäft mit einer solchen PKV.

Ist das der Sinn für den Wechsel in eine private Krankenversicherung?

Aufpassen zu müssen, zu welchem Arzt man geht, hohe Kosten der Behandlung selbst tragen zu müssen und nur mittelmäßige Leistungen zu erhalten?

Und das nur, weil man sich ein paar Euro bei den Beiträgen der PKV sparen möchte?

Der Wechsel in die PKV sollte immer eine Leitungsfrage sein und nie eine Frage des Geldes.

Du solltest grundsätzlich skeptisch sein, wenn dir eine private Krankenversicherung für sehr wenig Geld angeboten wird. Denn häufig trügt der Schein und hinter der glanzvollen Fassade PKV versteckt sich dann eine Mogelpackung.

### Fazit:

Qualität hat seinen Preis und so ist es auch bei der privaten Krankenversicherung. Wer für 250 Euro eine qualitativ hochwertige private Krankenversicherung erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Das ist, wie wenn ich einen neuen Porsche zum Preis von einem gebrauchten Dacia haben möchte. So etwas gibt es bedauerlicherweise nicht.

Dennoch muss eine gute PKV kein Vermögen kosten. Mit der richtigen Beratung und einem Tarif, der auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist, wird eine PKV nicht billig, aber auf jeden Fall den Preis wert sein und sich lohnen.

Wenn du mehr über das Thema Wechsel in die PKV wissen möchtest, schau dir gerne auch die weiteren Beiträge zum Thema PKV an.

Wenn du dich professionell und hochwertig zum Thema private Krankenversicherung beraten lassen möchtest, dann trag dich gerne für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch ein.

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Autor

### Marcus Knispel

Marcus Knispel ist seit über 25 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und seit 2012 als ungebundener, nach § 34d GewO zugelassener Versicherungsmakler mit klarer Spezialisierung auf die private Krankenversicherung für Top-Verdiener, Unternehmer und Geschäftsführer aktiv. Er berät ausschließlich im Mandanteninteresse und unterstützt zusätzlich rund 100 Maklerkolleginnen und -kollegen bei komplexen PKV-Fragestellungen und der vollständigen Beratung ihrer Kunden.

Seine fachliche Grundlage bilden unter anderem Abschlüsse als Versicherungsfachmann (BWV) sowie als zertifizierter Fondsberater (EAFP) an der Europäischen Akademie für Finanzplanung, ergänzt um zahlreiche Spezialisierungen zu Tarifwechselrecht nach VVG § 204, Gesundheitsprüfung, Risikozuschlägen und Beitragsentlastung im Alter. Marcus bildet sich laufend über renommierte Branchenanbieter wie die Deutsche Makler Akademie weiter und verbindet so aktuelle PKV-Produktkenntnis mit langjähriger Praxiserfahrung aus der Beratung von Angestellten, Selbstständigen, Geschäftsführern und C-Level-Entscheidern.

Als Handelsmakler ist Marcus heute bei von Buddenbrock Concepts in Essen angebunden und steht für eine verständliche, transparente und zahlenbasierte PKV-Beratung, bei der Hochleistungstarife und eine stabile Beitragsentwicklung im Alter im Mittelpunkt stehen. In seinen Fachartikeln und Auftritten als PKV-Experte legt er großen Wert auf Aufklärung, klare Sprache und eine saubere Herleitung seiner Empfehlungen, damit Leser und Mandanten fundierte Entscheidungen zur privaten Krankenversicherung treffen können.

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